Kräutersalbe

Herstellung von Kräutersalben

Herstellung von Kräutersalben

Salben kann man mit Wasseranteil und ohne Wasseranteil herstellen. Die meisten Salben bestehen aus einem Öl-Wachs oder Öl-Pflanzenfett-Gemisch. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit und durch den Fettgehalt können die Pflanzenwirkstoffe in tiefere Hautschichten eindringen. Bei Salben auf Paraffin-Basis wird der Wirkstoff kaum von der Haut aufgenommen.

Traditionell nahm man Schweineschmalz oder Bienenwachs hierzulande. Bei der Wahl des Öls geht es vor allem um die gewünschte Konsistenz:

Fette und Öle im Überblick

Bienenwachs: glasige glänzende Salbe, die sich gut verteilen lässt, hinterlässt Schutzfilm auf der Haut

Kakaobutter/Sheabutter: stumpfe, etwas körnige Salbe, die schnell schmilzt

Pflanzenöle (Mandelöl, Avocadoöl, Hanföl,…): stumpfe Salbe, die sich gut verteilen lässt, fetten nach

Öle mit Eigengeruch: Kokosöl, Olivenöl, Teebaumöl, Reiskeimöl, …

Wichtiger Hinweis: Riecht ein Öl ranzig, so ist es verdorben (Geruch stammt aus Oxidation). Es ist geschickt, Fette zu mischen, z.B. 100ml Pflanzenöl, 6g Bienenwachs (im Wasserbad langsam erhitzen).

Kräuterwahl

Bei der Kräuterwahl ist zu beachten, dass frische Kräuter meist wirksamer sind, doch schneller schimmeln können als mit getrockneten Kräutern.

Methoden zur Herstellung von Ölauszügen

  • Kalter Ölauszug: Sehr schonend, aber langwierig (mehrere Wochen), Gefahr von Schimmel bei frischen Kräutern.
  • Warmer Ölauszug: Im Wasserbad, dauert 2–3 Tage, mittlere Haltbarkeit.
  • Heißer Ölauszug (Kochmethode): Schnell (ca. 30 Minuten köcheln), aber Risiko des Überhitzens. Kräuter dürfen nicht frittiert werden.

Beispielrezept: Kamillen-Salbe

Zutaten für ca. 100 ml Salbe:

  • 220 ml Pflanzenöl
  • Handvoll Kamillenblüten
  • 6 g Bienenwachs

Herstellung:

  1. Kamillenblüten im Öl langsam erhitzen und 30 Minuten leicht köcheln lassen
  2. Öl abseihen, 100 ml abmessen
  3. Bienenwachs im heißen Öl schmelzen (2g Bienenwachs kann man auch mit 1g Lanolin erweitern)
  4. In Salbendose füllen, 6 Stunden abkühlen lassen

Wirkung: Hautheilend, z.B. bei Ekzemen oder Entzündungen.
Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

Weitere Kräutersalben-Kombinationen

Ringelblumensalbe

Entzündungshemmend, wundheilend, hautberuhigend
Anwendung: Bei kleinen Wunden, rissiger Haut, Ekzemen, Sonnenbrand

Spitzwegerichsalbe

Juckreizlindernd, antibakteriell, entzündungshemmend
Anwendung: Bei Insektenstichen, kleinen Hautverletzungen, juckender Haut

Holunderblütensalbe

Hautpflegend, beruhigend, leicht entzündungshemmend
Anwendung: Bei trockener, empfindlicher Haut, als sanfte Pflege für Gesicht und Hände

Wärmesalbe mit Cayennepfeffer

Wärmend, stark durchblutungsfördernd
Anwendung: Bei Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, rheumatischen Beschwerden